Alte Mustertapeten, vergilbte Raufaser oder fünf Schichten Farbe übereinander: Wer in eine gebrauchte Wohnung zieht oder beim Auszug renovieren muss, kommt um das Thema Tapeten oft nicht herum. Tapeten zu entfernen ist keine Raketenwissenschaft, aber es ist mühsam, staubig und dauert länger, als die meisten denken. Wer sich die Arbeit sparen möchte, findet für jeden Stadtteil einen passenden Malerbetrieb in den Berliner Bezirken, der Tapeten entfernt und die Wände direkt neu gestaltet.
Wer selbst Hand anlegen möchte, bekommt in diesem Beitrag eine ausführliche Anleitung. Wir erklären, welche Tapetenarten es gibt, welches Werkzeug Sie brauchen, wie Sie Schritt für Schritt vorgehen und wie Sie das Ganze sinnvoll mit Ihrem Umzug kombinieren.
Inhaltsverzeichnis
- Muss die Tapete überhaupt runter?
- Welche Tapete haben Sie?
- Werkzeug und Material
- Anleitung: Tapete entfernen in 7 Schritten
- Problemfälle: Wenn die Tapete nicht will
- Sicherheit und Gesundheit
- Und danach: Neue Tapete oder Farbe?
- Tapezieren und Umzug zeitlich planen
- Entsorgung und Aufräumen
- Häufige Fragen
Muss die Tapete überhaupt runter?
Nicht immer. Ist eine Raufasertapete fest verklebt und nur verschmutzt, reicht oft ein frischer Anstrich. Bevor Sie sich an die Arbeit machen, prüfen Sie deshalb: Löst sich die Tapete an Nähten oder Ecken? Gibt es Blasen, Risse oder feuchte Stellen? Wurde die Wand schon so oft überstrichen, dass die Struktur kaum noch zu erkennen ist? Dann ist Entfernen die bessere Wahl, denn neue Farbe hält auf einem schlechten Untergrund nicht lange.
Beim Auszug gilt außerdem: Ob Sie überhaupt renovieren müssen, hängt von Ihrem Mietvertrag ab. Viele Renovierungsklauseln sind unwirksam. Prüfen Sie das, bevor Sie ein Wochenende mit dem Spachtel verbringen, das Sie vielleicht gar nicht verbringen müssten.
Welche Tapete haben Sie?
Die Art der Tapete entscheidet darüber, wie viel Arbeit auf Sie zukommt:
- Vliestapete: Der Idealfall. Sie lässt sich meist trocken in ganzen Bahnen abziehen, weil sie beim Tapezieren nicht eingeweicht wurde.
- Papiertapete und Raufaser: Brauchen Wasser und etwas Geduld, lassen sich aber gut entfernen.
- Vinyltapete: Hat eine wasserabweisende Oberfläche, die erst perforiert oder abgezogen werden muss.
- Mehrfach überstrichene Tapeten: Die Farbschichten wirken wie eine Sperre, hier braucht es Perforation und viel Einweichzeit.
Ein kleiner Test verrät Ihnen, womit Sie es zu tun haben. Heben Sie an einer Ecke die Tapete mit einem Spachtel an und ziehen Sie vorsichtig. Kommt die ganze Bahn trocken ab, haben Sie Glück. Reißt nur die obere Schicht, ist es vermutlich Vinyl oder eine zweilagige Tapete.

Werkzeug und Material
Mit dem richtigen Werkzeug geht die Arbeit deutlich schneller. Sie brauchen einen breiten Spachtel, eine Stachelwalze oder einen Tapetenperforierer, eine Farbrolle oder einen großen Schwamm, einen Eimer warmes Wasser mit etwas Spüli oder Tapetenlöser, Abdeckfolie, Malerkrepp, Müllsäcke und eine stabile Leiter. Für hartnäckige Fälle lohnt sich ein Dampf-Tapetenablöser, den Sie in vielen Baumärkten auch tageweise mieten können.
Wichtig: Schalten Sie vorher die Sicherung für den Raum aus und kleben Sie Steckdosen und Schalter ab. Wasser und Strom vertragen sich nicht, und beim Einweichen läuft schneller etwas in eine Dose, als man denkt.
Anleitung: Tapete entfernen in 7 Schritten
Schritt 1: Raum vorbereiten
Möbel entfernen oder in die Raummitte stellen, Boden mit Folie und Vlies abdecken, Sockelleisten abkleben.
Schritt 2: Strom abschalten
Sicherung ausschalten, Abdeckungen von Steckdosen und Schaltern abschrauben und die Öffnungen abkleben.
Schritt 3: Trocken abziehen versuchen
Bei Vliestapeten die Bahnen an der Unterkante lösen und gleichmäßig nach oben abziehen.
Schritt 4: Perforieren
Bei Vinyl oder überstrichenen Tapeten mit der Stachelwalze kreuz und quer über die Wand gehen, damit Wasser eindringen kann.
Schritt 5: Einweichen
Warmes Wasser mit Tapetenlöser großzügig auftragen und zehn bis fünfzehn Minuten einwirken lassen, bei Bedarf wiederholen.
Schritt 6: Abspachteln
Mit flachem Winkel von unten nach oben arbeiten, ohne den Putz zu beschädigen.
Schritt 7: Wand nacharbeiten
Reste abwaschen, trocknen lassen, Löcher spachteln und bei Bedarf Tiefengrund auftragen, bevor neu tapeziert oder gestrichen wird.

Problemfälle: Wenn die Tapete nicht will
In Berliner Altbauten erleben wir es oft: Unter der Raufaser kommt eine alte Papiertapete zum Vorschein, darunter Zeitungspapier aus einer anderen Epoche und dann brüchiger Putz. Hier ist Vorsicht geboten. Arbeiten Sie behutsam, denn zu viel Druck mit dem Spachtel reißt schnell ganze Stücke aus dem Putz heraus. Mehr über die Eigenheiten alter Häuser lesen Sie in unserem Beitrag zum Umzug im Altbau.
Auf Gipskartonwänden, wie sie in Neubauten oder bei Dachausbauten häufig vorkommen, ist ebenfalls Zurückhaltung angesagt. Zu viel Wasser weicht den Karton auf, und dann löst sich statt der Tapete die oberste Schicht der Platte. Hier lieber mit wenig Feuchtigkeit arbeiten oder gleich einen Profi fragen.
Sicherheit und Gesundheit
Tapetenentfernen ist körperlich anstrengend, vor allem über Kopf. Achten Sie auf einen sicheren Stand auf der Leiter und legen Sie regelmäßig Pausen ein. Beim Abschleifen von Spachtelmasse entsteht feiner Staub, tragen Sie deshalb eine Staubmaske. Hinweise zum sicheren Arbeiten bei Renovierungsarbeiten gibt die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft.
In sehr alten Gebäuden können sich unter Tapeten auch problematische Materialien wie alte Kleber oder Spachtelmassen befinden. Wenn Sie unsicher sind, lassen Sie im Zweifel eine Fachfirma einen Blick darauf werfen. Fachliche Informationen zu Anstrichen, Untergründen und Techniken bietet außerdem der Bundesausschuss Farbe und Sachwertschutz.
Und danach: Neue Tapete oder Farbe?
Ist die alte Tapete erst einmal ab, stellt sich die Frage, wie die Wände künftig aussehen sollen. Die gängigste Lösung in Mietwohnungen ist nach wie vor Raufaser mit weißem oder hellem Anstrich. Sie verzeiht kleine Unebenheiten, lässt sich mehrfach überstreichen und ist günstig. Vliestapeten sind etwas teurer, lassen sich dafür beim nächsten Auszug trocken wieder abziehen, was Ihnen in einigen Jahren viel Arbeit erspart.
Immer beliebter werden glatt gespachtelte Wände, die direkt gestrichen werden. Sie wirken modern und ruhig, verlangen aber einen sehr gut vorbereiteten Untergrund, und das ist eine Arbeit, die geübte Hände erfordert. Überlegen Sie außerdem, wie lange Sie in der Wohnung bleiben möchten. Wer nur für zwei oder drei Jahre einzieht, fährt mit einer einfachen, hellen Lösung meist am besten. Wer länger bleibt, darf sich ruhig mehr Gestaltung gönnen, sollte beim Auszug aber an die Rückgabe in neutralen Tönen denken.
Tapezieren und Umzug zeitlich planen
In der neuen Wohnung sollten alte Tapeten entfernt und die Wände neu gestaltet sein, bevor die Möbel einziehen. Planen Sie dafür lieber zu viel als zu wenig Zeit ein. Für einen normalen Raum mit einer Tapetenschicht brauchen geübte Heimwerker etwa einen halben bis ganzen Tag, mit schwierigen Untergründen auch mehr. Danach müssen Wände trocknen, gespachtelt und gegebenenfalls grundiert werden.
In der alten Wohnung ist die Reihenfolge umgekehrt: erst ausräumen, dann renovieren. Nach dem Umzug stehen alle Wände frei, und frische Tapeten oder Farbe bekommen beim Hinaustragen der Möbel keine Kratzer mehr. Lampen, Gardinenstangen und Regale, die Sie vorher abmontieren müssen, bauen wir mit unserem Montageservice in Berlin gern ab und in der neuen Wohnung wieder auf.

Entsorgung und Aufräumen
Alte Tapetenreste gehören in den Restmüll oder bei größeren Mengen auf den Recyclinghof. Sammeln Sie die Bahnen direkt beim Abziehen in stabilen Müllsäcken, denn feuchte Tapete klebt sonst am Boden fest. Wenn die Wände fertig sind, wartet noch die Grundreinigung. Wie Sie die Wohnung vor der Übergabe oder dem Einzug sauber bekommen, lesen Sie in unserem Beitrag zu Umzugsreinigung und Endreinigung.
Häufige Fragen zum Tapeten entfernen
Wie bekomme ich Tapete am einfachsten ab?
Vliestapeten lassen sich oft trocken abziehen. Andere Tapeten perforieren, mit warmem Wasser und Tapetenlöser einweichen und dann abspachteln.
Wie lange dauert es, einen Raum zu enttapezieren?
Je nach Tapete und Untergrund einen halben bis ganzen Tag, bei mehreren Schichten auch länger.
Muss ich beim Auszug die Tapeten entfernen?
Das hängt vom Mietvertrag ab. Viele Klauseln sind unwirksam, eine Prüfung lohnt sich vor Beginn der Arbeit.
Lohnt sich ein Dampf-Tapetenablöser?
Bei hartnäckigen oder mehrfach überstrichenen Tapeten ja. Viele Baumärkte vermieten solche Geräte tageweise.
Kann ich über alte Tapete einfach neu tapezieren?
Davon raten wir ab. Die neue Tapete hält schlechter, und alte Nähte zeichnen sich oft durch.
Was mache ich bei Gipskartonwänden?
Mit wenig Wasser arbeiten, damit der Karton nicht aufweicht. Im Zweifel einen Fachbetrieb fragen.
Wohin mit den alten Tapetenresten?
Kleine Mengen in den Restmüll, größere auf den Recyclinghof.
Wann sollte ich einen Maler beauftragen?
Bei großen Flächen, schwierigen Untergründen, hohen Altbaudecken oder wenig Zeit rund um den Umzug.
Fazit: Mit Geduld zur glatten Wand
Tapeten entfernen braucht vor allem Zeit, Wasser und das richtige Werkzeug. Wer die Tapetenart kennt, sauber vorbereitet und die Arbeit mit dem Umzug abstimmt, schafft den Grundstein für schöne Wände im neuen Zuhause. Den Transport übernehmen wir gern für Sie.

